2007 – Tilo – ORKUS – LACRIMOSA – Ein Lebenstraum (O sonho de uma vida)

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      • LACRIMOSA – Ein Lebenstraum (O sonho de uma vida)
      • Ano: 2007
      • Tradução: Karina Pinotti
      • Fonte: Orkus

      📄 PÁGINA 1 — TRANSCRIÇÃO (ALEMÃO)

      LACRIMOSA

      Ein Lebenstraum!

      „Einer der Gründe, warum ich selbst begonnen habe, Musik zu machen, war damals der Film 101 von Depeche Mode. Ich sah ihn, und die Welt veränderte sich irgendwie für mich.“

      „Je mehr man in seinem Leben erlebt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Reifeprozess nicht zum Erliegen kommt.“

      Durch zwölf Länder auf vier Kontinenten führte die „Lichtgestalt“-Tour Lacrimosa! Ähnlich gewaltig war der Aufwand und ist das Ergebnis der Dokumentation dieser Reise, wie das Gespräch mit Tilo Wolff in unserer Juni-Ausgabe schon erahnen ließ. Jetzt nun der zweite, mindestens genauso spannende Teil des Interviews mit Tilo zur Veröffentlichung der Lichtjahre-DVD und der gleichnamigen Live-CD.

      Orkus: Lacrimosa sind live immer noch ein ganzes Stück rockiger als auf Tonträger; du legst auf der Bühne wahnsinnig viel Emotionalität in deinen Gesang. Trotzdem sind seit eurem letzten Live-Release nun Jahre verstrichen.

      Tilo Wolff: Es hat sich vorher einfach nichts ergeben. Wir gehen im Durchschnitt alle drei Jahre ausgiebig auf Tour – und nimmt man dann an zwei Tourneen nicht mit auf, ist man erst nach der nächsten schon im neunten Jahr. Zudem hatten wir 2000 die DVD The Live History veröffentlicht, und ich hatte nach einer Live-CD 1998 und einer Live-DVD zwei Jahre später erst einmal den Wunsch, zu komponieren und mich in die Zukunft zu strecken. Und jetzt, nachdem so viel Zeit seit dem letzten Live-Album vergangen ist, ist es auch für mich eine spannende Sache, die beiden Scheiben zu vergleichen und die Entwicklung zu betrachten. Immerhin liegen zwischen beiden Platten mehr Jahre, als es so manche Band überhaupt gibt.

      O: Wurde von Seiten der Fans nach frischem DVD-Material gefragt, oder war es für dich einfach an der Zeit, so etwas herauszubringen?

      TW: Ich wollte das schon lange machen. Bereits auf der „Fassade“-Tour anno 2001 hatte ich ein paar Konzerte mitfilmen lassen, merkte jedoch schnell, dass ich es zeitlich nicht schaffen würde, mich um den Schnitt und um eine Veröffentlichung zu kümmern, und habe die Dreharbeiten mitten während der Tournee abgebrochen. Aus dem bis dahin bereits aufgenommenen Material entstand wenigstens noch der Clip für Der Morgen danach für die Musikkulturen-DVD und der Plan, mit der nächsten Tour definitiv die sich zeitaufwändige Nacharbeit in Angriff zu nehmen, egal was es sonst noch für Pläne gäbe. Der Film ist jetzt ein wenig so etwas wie mein Lebenstraum: Einer der Gründe, warum ich selbst begonnen habe, Musik zu machen, war damals der Film 101 von Depeche Mode. Ich sah ihn, und die Welt veränderte sich irgendwie für mich. Nachdem ich dann bereits einige Jahre selbst musikalisch tätig war, kam der Gedanke auf, als Höhepunkt meiner Schaffensmöglichkeiten selbst so einen Film zu realisieren, sodass die aktuelle DVD für mich im Prinzip das Größte bedeutet, was Lacrimosa bisher machen durfte.

      O: Die Cover von DVD und CD sind zwar beide in der Lacrimosa-typischen Ästhetik gestaltet, aber doch vom Empfinden sehr konträr. Während man bei dem DVD-Titelbild Assoziationen zu dem lebhaften Inhalt aufbaut, vermittelt die Zeichnung der CD eine völlige Ruhe, Stille, ein Bild, das ich mir beispielsweise als das Cover einer allerletzten Lacrimosa-Platte vorgestellt hätte, bevor das Projekt zu Grabe getragen würde.

      TW: Ich hoffe ja, dass ich es nicht erleben werde, wenn Lacrimosa zu Grabe getragen wird, denn das hieße, positiv gesehen, dass bis zu meinem Lebensende Musik mache. Natürlich denke ich mir auch keine Überlegungen, wie und mit welcher Komposition oder welchem Covergemälde Lacrimosa in ein Finale geführt werden sollte. Lacrimosa ist der Spiegel meiner Seele, und da ich mein eigenes Ende nicht kenne, möchte ich das von Lacrimosa auch nicht kennen. Aber zurück zu den unterschiedlichen Covern: Die Doppel-CD Lichtjahre steht in der Tradition aller übrigen Lacrimosa-Alben und wird deshalb von einem Gemälde geschmückt. Man sieht, wie es bei unseren Live-Platten üblich ist, eine Bühne. Diese wird jedoch noch halb von einem Vorhang verdeckt, da das Konzert noch nicht begonnen hat.

      Mit dem leeren Flügel zwischen dem Vorhang möchte ich nun genau das ausdrücken, was Lacrimosa für mich bedeutet: emotionale Musik, dargestellt durch das Klavier, zwischen Einsamkeit – die leere Bühne – und Geborgenheit, welche durch das zu vermutende, aber nicht sichtbare Publikum dargestellt wird. Nun wäre es relativ unkompliziert gewesen, die DVD in die gleichen Bilder schlüpfen zu lassen, doch ich sehe zwischen beiden Medien einen gewaltigen Unterschied. Wenn man Musik hört, kann man die Augen schließen und sich ganz eigene Bilder vorstellen. Wenn man aber eine DVD anschaut, sollte man es möglichst vermeiden, die Augen zu schließen. Jedenfalls lässt eine DVD wenig Raum für eigene visuelle Phantasien, und daher sollte auch deren visuelle Darstellung andeuten, was man beim Betrachten des Films zu erwarten hat. Und so hat nun jeder bekommen, was er verdient: die CD ein Gemälde in der stilistischen und inhaltlichen Tradition Lacrimosas, und die DVD, die im Gegensatz zu den Alben an keine stilistische Linie gebunden ist, eine dem Inhalt würdige Collage, die schon beim ersten Blick erahnen lässt, dass es sich um einen kompletten Film und nicht um eine einfache Konzert-DVD handelt.

      O: Es sind durchweg beeindruckende Bilder aus den diversen Ländern und den entsprechenden Gigs auf der DVD versammelt. Wo hat es dir auf dieser wirklich großen Tour am besten gefallen?

      TW: Das ist wahnsinnig schwierig, denn während man unterwegs ist, hat man ja noch nicht alles erlebt. Das heißt, man hat so gewisse Highlights, die aber immer wieder mal getoppt werden. Man muss auch aufpassen, dass die Erinnerungen nicht verschwimmen, über einen so langen Zeitraum alles noch präsent zu behalten. Davon abgesehen ist es generell nicht leicht, zu entscheiden, was das Allerschönste war, denn das hängt von vielen Faktoren ab. Natürlich ist es in Ländern wie China, wo wir jetzt zum ersten Mal gespielt haben, spannend, auf die Bühne zu treten, oder in Moskau auf dem Roten Platz spazieren zu gehen und am Abend von der Bühne aus dieselben Gesichter zu entdecken, denen man am Nachmittag Autogramme gegeben hat. Dafür haben diese Länder den Nachteil, dass man sich nie zu Hause fühlt. Wenn man in Deutschland oder der Schweiz unterwegs ist, gibt es viele Leute im Publikum, die man über die Jahre bereits kennengelernt hat, weil sie immer wieder unsere Konzerte besuchen und man sich nach dem Auftritt auch wirklich unterhält, während in anderen Ländern oftmals gar nicht möglich ist, die Leute in dem Moment, in dem sie vor dir stehen, so aufgeregt sind, dass sie dir nur Stift und Zettel entgegenstrecken und gar nicht antworten können, wenn man sie etwas fragt. Dann ist es natürlich schön, wenn man quasi in die Heimat zurückkehrt. Diese unterschiedliche Wahrnehmung ist übrigens auch recht spannend: Wenn man eine Tournee in Deutschland beginnt, ist man auf Tour weg von seinem eigentlichen Zuhause, sozusagen unter fremden Menschen. Beginnt man die Reise jedoch im fernen Ausland und spielt gegen Schluss der Tour in Deutschland oder der Schweiz, kommen einem die gleichen Auftritte ganz anders vor, weil man von viel weiter weg in eine gewisse Art nach Hause kommt.

      O: Euer Besuch in China war eine Premiere. Was fandest du dort besonders interessant oder vielleicht sogar fremd?

      TW: Es ist schon sehr eindrücklich. Das fängt mit den massiven Klassenunterschieden an. In Shanghai zum Beispiel – wohl eine der aufstrebendsten Städte der Welt zurzeit – wurde innerhalb von fünf …

      (Text bricht auf dieser Seite ab)

      Orkus – 25


      🇧🇷 TRADUÇÃO — PORTUGUÊS (BR)

      LACRIMOSA

      Um sonho de uma vida!

      “Um dos motivos pelos quais eu mesmo comecei a fazer música foi, na época, o filme 101 do Depeche Mode. Eu o assisti, e o mundo de alguma forma mudou para mim.”

      “Quanto mais se vive na vida, maior é a probabilidade de que esse processo de amadurecimento não chegue a um fim.”

      A turnê “Lichtgestalt” levou o Lacrimosa por doze países em quatro continentes! Igualmente grandiosos foram o esforço e o resultado da documentação dessa viagem, como a conversa com Tilo Wolff em nossa edição de junho já deixava antever. Agora segue a segunda parte da entrevista com Tilo, pelo menos tão empolgante quanto a primeira, por ocasião do lançamento do DVD Lichtjahre e do CD ao vivo de mesmo nome.

      Orkus: Ao vivo, o Lacrimosa continua sendo consideravelmente mais rock do que em estúdio; no palco, você coloca uma carga emocional enorme no seu canto. Ainda assim, já se passaram anos desde o último lançamento ao vivo de vocês.

      Tilo Wolff: Simplesmente não havia surgido nada antes. Em média, saímos em turnê extensa a cada três anos — e se em duas turnês você não grava nada, só depois da seguinte já se passaram quase nove anos. Além disso, em 2000 lançamos o DVD The Live History e, depois de uma Live-CD em 1998 e uma Live-DVD dois anos depois, eu senti vontade de compor e de olhar para o futuro. E agora, depois de tanto tempo desde o último álbum ao vivo, é também algo empolgante para mim comparar os dois registros e observar a evolução. Afinal, entre esses dois discos se passaram mais anos do que a existência de muitas bandas.

      Orkus: Os fãs pediam por novo material em DVD ou, para você, simplesmente havia chegado o momento de lançar algo assim?

      TW: Eu queria fazer isso há muito tempo. Já na turnê de Fassade, em 2001, mandei filmar alguns shows, mas percebi rapidamente que não conseguiria, por falta de tempo, cuidar da edição e de um lançamento, e interrompi as filmagens ainda durante a turnê. Do material já gravado surgiu ao menos o clipe de Der Morgen danach para o DVD Musikkulturen, além do plano de, na turnê seguinte, assumir definitivamente o trabalho intenso de pós-produção, não importando quais outros planos existissem. Esse filme agora é, de certa forma, um sonho de vida: um dos motivos pelos quais comecei a fazer música foi o filme 101 do Depeche Mode. Eu o assisti e o mundo mudou para mim. Depois de alguns anos atuando musicalmente, surgiu a ideia de, como ponto alto das minhas possibilidades criativas, realizar eu mesmo um filme assim. Por isso, o DVD atual representa, para mim, o maior feito que o Lacrimosa já pôde realizar até hoje.

      Orkus: As capas do DVD e do CD seguem a estética típica do Lacrimosa, mas transmitem sensações bastante opostas. Enquanto a capa do DVD remete ao conteúdo vibrante, o desenho do CD transmite calma absoluta, silêncio — uma imagem que eu conseguiria imaginar como a capa de um último álbum do Lacrimosa, antes de o projeto ser encerrado.

      TW: Espero não viver o dia em que o Lacrimosa seja “enterrado”, pois isso significaria, de forma positiva, que eu faria música até o fim da minha vida. Também não fico pensando em como, com qual composição ou com qual pintura de capa o Lacrimosa deveria chegar a um final. O Lacrimosa é o espelho da minha alma, e assim como não conheço o meu próprio fim, também não quero conhecer o do Lacrimosa. Quanto às capas diferentes: o álbum duplo Lichtjahre segue a tradição de todos os outros álbuns do Lacrimosa e, por isso, é adornado por uma pintura. Vemos, como é comum em nossos discos ao vivo, um palco. No entanto, ele ainda está parcialmente encoberto por uma cortina, pois o concerto ainda não começou.

      Com o piano de cauda vazio entre as cortinas, quero expressar exatamente o que o Lacrimosa significa para mim: música emocional, representada pelo piano, entre a solidão — o palco vazio — e o acolhimento, simbolizado pelo público que se pressupõe existir, mas não é visível. Teria sido relativamente simples usar as mesmas imagens também no DVD, mas vejo uma diferença enorme entre os dois meios. Ao ouvir música, podemos fechar os olhos e criar imagens próprias. Ao assistir a um DVD, no entanto, é melhor evitar fechar os olhos. Um DVD deixa pouco espaço para a imaginação visual própria e, por isso, sua representação visual deve indicar o que se pode esperar do filme. Assim, cada um recebeu o que lhe cabia: o CD, uma pintura na tradição estética e conceitual do Lacrimosa; e o DVD, que, ao contrário dos álbuns, não está preso a uma linha estilística, uma colagem digna do conteúdo, que já à primeira vista deixa claro que se trata de um filme completo, e não apenas de um simples DVD de show.

      Orkus: O DVD reúne imagens impressionantes de diversos países e dos respectivos shows. Em qual lugar dessa grande turnê você mais gostou de estar?

      TW: É extremamente difícil responder, porque enquanto estamos na estrada ainda não vivemos tudo. Existem certos momentos marcantes que acabam sendo superados por outros. Também é preciso cuidado para que as lembranças não se confundam, ao tentar manter tudo presente ao longo de um período tão longo. Além disso, não é fácil decidir o que foi o melhor, pois isso depende de muitos fatores. Naturalmente, é emocionante tocar em países como a China, onde nos apresentamos pela primeira vez, ou caminhar pela Praça Vermelha, em Moscou, e à noite reconhecer do palco os mesmos rostos aos quais você deu autógrafos à tarde. Por outro lado, esses países têm a desvantagem de que nunca nos sentimos realmente em casa. Quando estamos na Alemanha ou na Suíça, há muitas pessoas no público que já conhecemos ao longo dos anos, pois frequentam nossos shows repetidamente e com quem realmente conversamos após as apresentações. Em outros países, muitas vezes isso não é possível: as pessoas ficam tão agitadas naquele momento que apenas estendem papel e caneta e não conseguem responder quando você lhes faz uma pergunta. Por isso, é claro que é agradável retornar à “casa”. Essa diferença de percepção também é bastante interessante: quando uma turnê começa na Alemanha, estamos viajando para longe do nosso verdadeiro lar, entre pessoas desconhecidas. Mas quando a viagem começa em um país distante e termina com shows na Alemanha ou na Suíça, essas mesmas apresentações são percebidas de forma completamente diferente, pois sentimos que estamos voltando para casa depois de uma longa jornada.

      Orkus: A visita de vocês à China foi uma estreia. O que você achou particularmente interessante ou talvez estranho lá?

      TW: É realmente muito impactante. Isso começa com as enormes diferenças de classe. Em Xangai, por exemplo — provavelmente uma das cidades que mais crescem no mundo atualmente —, em apenas cinco…


      📄 ORKUS – PÁGINA 27

      1️⃣ TRANSCRIÇÃO LITERAL (ALEMÃO)


      „… UND ERLEBT AUCH DAS PUBLIKUM NOCH EINMAL INTENSIVER, VERSUCHT NOCH EINMAL, ES HAUTNAH ZU SPÜREN. UND WENN ICH DANN DIE BÜHNE VERLASSE, NEHME ICH DIESES GEFÜHL MIT UND VERSUCHE, ES MIR ZU BEWAHREN.“

      Jahren ein komplettes Viertel hochgezogen, das heftiger aussieht als Manhattan. Man läuft durch Straßen mit unfassbaren Wolkenkratzern, sieht, wie sich alles entwickelt, und ein paar Häuserblocks weiter durchquert man Slums, wie man sie sich eigentlich kaum vorstellen kann. Zahlenmäßig riesengroße Familien sitzen in einem Zimmer, die Türen sind alle offen, weil es sonst vermutlich zu eng werden würde, teilweise lebt man auf der Straße. Man schaut mit verstohlenem Blick in diese Hütten hinein und sieht, wie vier Generationen regelrecht übereinandergestapelt leben müssen. Man geht wieder ein paar Straßen weiter und steht vor einem Hotelkomplex, bei dem die Fassade mit weißem Marmor ausgekleidet ist und wo vor der Tür Butler mit weißen Handschuhen stehen. Diese Extreme habe ich bisher nirgends auf der Welt so krass gesehen: Das fand ich beängstigend für die Menschen und auch beängstigend, weil es bedeutet, dass das System funktioniert. Denn wenn man sich überlegt, dass die Menschen keine revolutionären Gedanken haben, nichts dagegen unternehmen, dann heißt das ja, dass sie so ruhiggestellt sind und so zum Schweigen und Dulden erzogen, dass diese unglaublichen Klassenunterschiede nicht zu Gewalt und Ausschreitungen führen. Wir haben diese Erziehung dort zum Teil auch bei unseren Konzerten erlebt. Die Menschen kamen ganz leise und kontrolliert in den Saal gelaufen. In dem Moment, als wir auf die Bühne gingen, begannen sie zu schreien und alles herauszulassen. Und nach dem Konzert verließen sie den Auftrittsort wieder ganz still und gesittet.

      O: Viele Länder, in denen ihr im Rahmen eurer Reise zu Gast wart, habt ihr wiederholt besucht. Entwickeln sich die Gothic-Szenen in euren Beobachtungen in den einzelnen Staaten oder auch Kontinenten unterschiedlich? Gibt es globale Trends?

      TW: In vielen Ländern ist die Gothic-Szene erst vor wenigen Jahren überhaupt entstanden. Als wir 1998 zum ersten Mal in Mexiko spielten, gab es dort noch keine Szene. Inzwischen boomt die Gothic-Szene auch dort in jeder Hinsicht. Ähnlich wird es wohl in China sein. Zwar gab es dort bereits einige Schwarze, aber Lacrimosa war nun die erste Gothic-Band, die dort gespielt hat, und ich bin sicher, wenn wir nächstes Jahr wieder nach China kommen, wird es auch die ersten Gothic-Clubs oder -Geschäfte geben. Es braucht immer einen gewissen Impuls von außen, das haben wir bislang in vielen Ländern erlebt, und dabei bin ich sehr stolz und dankbar, dass dieser Impuls sehr oft von Lacrimosa ausging.

      O: Ist man nach einem solchen Trip froh, zurückzukehren, oder eher traurig, weil es zu Ende ist?

      TW: Beides. Einerseits fehlt einem der ständige Alarm um einen herum. Auf Tour ist man ja fast nie alleine, und selbst wenn ich mich auf mein Zimmer zurückziehe, klingelt ständig das Telefon und man wird mit den verschiedensten Fragen konfrontiert. So sehr ich das Alleinsein zu Hause genieße, nach einer langen Tournee kann daraus schnell deprimierende Einsamkeit werden. Auf der anderen Seite ist es jedoch auch so, dass man irgendwann froh ist, mit seinen Kräften und Emotionen wieder haushalten zu können. Auf Tour, auf der Bühne, während der Interviews und Autogrammstunden stehen dir die Menschen mit enormen, sehr unterschiedlichen Erwartungshaltungen gegenüber. Man kann regelrecht spüren, wie sich manche Leute an einen andocken und Energie zapfen. Das kann heftig sein! Und wenn man das fast 24 Stunden am Tag während mehrerer Wochen erlebt, ist man schon froh, wenn man zu Hause sitzen darf und weiß: Die Einzige, die von mir beachtet werden will, ist die Weinflasche vor mir auf dem Tisch.

      O: Erlebt man insofern die letzte Show einer Tour stets noch einmal anders, intensiver, nachdenklicher, gelöster?

      TW: Ja, absolut. Die letzte Show einer Tour ist immer speziell. Selbst wenn man sich auf die Heimreise freuen sollte, man kann die Traurigkeit des bevorstehenden Abschieds – Abschied von all den lieb gewonnenen Menschen, die einen begleitet haben, Abschied von der Bühne – nicht wegwischen, und diese überschattet ganz besonders den letzten Abend immer sehr. Auf der Bühne gibt man noch einmal alles, kann selbst die letzten Reserven mobilisieren und erlebt auch das Publikum noch einmal intensiver, versucht noch einmal, es hautnah zu spüren. Und wenn ich dann die Bühne verlasse, nehme ich dieses Gefühl mit und versuche, es mir zu bewahren.

      O: Sind auf der Tour bereits frischer Stoff oder zumindest neue, konkrete Ideen für ein nächstes Studioalbum für eines deiner Projekte entstanden?

      TW: Ich denke eigentlich nie in der Kategorie „neues Studioalbum“. Ich bin permanent am Niederschreiben meiner Gedanken, so auch auf Tournee, und wenn ich die Gelegenheit habe, setze ich mich an ein Klavier oder ziehe mich zurück und verliere mich in Tönen, so wie sich ein Maler vielleicht in Farben, ein Bildhauer in Formen und der Mensch, der sich ein Stück Kindlichkeit bewahrt hat, in Gedanken verliert. Oftmals wache ich auch morgens auf und habe eine Melodie im Ohr. Das ist wirklich ein Geschenk! Diese Melodie bleibt allerdings nicht lange; ich muss sofort am Klavier sitzen und sie spielen, nur dann kann ich sie mir merken. Minuten später ist sie wieder aus mir verschwunden, und es bleiben bloß die Tasten auf dem Klavier.

      O: Kommt man nach einer so ausgedehnten Gastspielreise verändert nach Hause, gereift?

      TW: Alle gravierenden Erlebnisse sollten einen verändern, und ich hoffe sehr, dass unsere Konzertreisen den gleichen Effekt auf uns ausüben. Es wäre traurig, wenn nicht. Oftmals kann man das ja nicht genau benennen, da der Mensch in kein Raster passt, anhand dessen man erkennen könnte, welche Felder noch leer sind und welche sich seit dem letzten Test gefüllt haben. Doch spätestens, wenn man in Situationen kommt, die einem bis dato unbekannt waren, oder man mit Gedanken konfrontiert wird, das man zuvor nicht einschätzen konnte, begreift man hier und da, dass man souveräner geworden ist, weitsichtiger und erfahrener. Und je mehr man in seinem Leben erlebt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Reifeprozess nicht zum Erliegen kommt. Anschließend ist es natürlich an einem selbst, ob und wie viel man zulässt und in der Folge auch umsetzt!

      http://www.lacrimosa.ch

      Axel Schön

      Discographie (Alben):
      Angst (1991)
      Einsamkeit (1992)
      Satura (1993)
      Inferno (1995)
      Stille (1997)
      Live (1998)
      Elodia (1999)
      Fassade (2001)
      Echos (2003)
      Lichtgestalt (2005)

      Orkus – 27


      2️⃣ TRADUÇÃO FIEL (PORTUGUÊS – BR)


      “…E também vivencia o público mais uma vez de forma ainda mais intensa, tenta mais uma vez senti-lo bem de perto. E quando então deixo o palco, levo esse sentimento comigo e tento preservá-lo.”

      Durante anos, um bairro inteiro foi erguido ali, algo que parece mais intenso do que Manhattan. Caminha-se por ruas com arranha-céus inacreditáveis, vê-se como tudo se desenvolve e, poucos quarteirões adiante, atravessam-se favelas que mal se consegue imaginar. Famílias numericamente enormes vivem em um único cômodo, todas as portas ficam abertas porque, caso contrário, provavelmente ficaria apertado demais; em parte, as pessoas vivem na rua. Observa-se com um olhar furtivo o interior dessas cabanas e vê-se como quatro gerações precisam literalmente viver empilhadas umas sobre as outras. Caminha-se mais alguns quarteirões e, de repente, está-se diante de um complexo hoteleiro cuja fachada é revestida de mármore branco e onde, diante da porta, há mordomos usando luvas brancas. Nunca vi extremos tão contrastantes assim em nenhum outro lugar do mundo. Isso me pareceu assustador para as pessoas e também assustador porque significa que o sistema funciona. Pois, quando se pensa que as pessoas não têm pensamentos revolucionários, não fazem nada contra isso, então isso quer dizer que elas foram apaziguadas a tal ponto e educadas para o silêncio e a tolerância que essas diferenças de classe inacreditáveis não levam à violência e a distúrbios. Em parte, vivenciamos essa educação também em nossos concertos. As pessoas entravam no salão de forma muito silenciosa e controlada. No momento em que subíamos ao palco, começavam a gritar e a colocar tudo para fora. E, depois do concerto, deixavam o local da apresentação novamente de forma silenciosa e ordeira.

      O: Muitos países que vocês visitaram durante a viagem foram visitados mais de uma vez. Na sua observação, as cenas góticas se desenvolvem de maneira diferente nos diversos países ou continentes? Existem tendências globais?

      TW: Em muitos países, a cena gótica surgiu apenas há poucos anos. Quando tocamos no México pela primeira vez, em 1998, ainda não havia cena alguma lá. Hoje, a cena gótica está em plena expansão ali, em todos os sentidos. Algo semelhante provavelmente acontecerá na China. Embora já existissem alguns “góticos”, Lacrimosa foi a primeira banda gótica a tocar lá, e tenho certeza de que, quando voltarmos à China no próximo ano, já existirão os primeiros clubes ou lojas góticas. Sempre é necessário um certo impulso externo — isso já vivenciamos em muitos países — e fico muito orgulhoso e grato por esse impulso ter partido de Lacrimosa em muitos casos.

      O: Depois de uma viagem dessas, fica-se feliz por voltar ou triste porque acabou?

      TW: Ambos. Por um lado, sente-se falta do alarme constante ao redor. Em turnê, quase nunca se está sozinho, e mesmo quando me retiro para o meu quarto, o telefone toca o tempo todo e somos confrontados com todo tipo de pergunta. Por mais que eu aproveite estar sozinho em casa, depois de uma turnê longa isso pode rapidamente se transformar em uma solidão deprimente. Por outro lado, chega um momento em que se fica feliz por poder novamente administrar as próprias forças e emoções. Em turnê, no palco, durante entrevistas e sessões de autógrafos, as pessoas se colocam diante de você com expectativas enormes e muito diferentes. Dá para sentir claramente como algumas pessoas se conectam a você e sugam energia. Isso pode ser intenso! E quando se vivencia isso quase 24 horas por dia, durante várias semanas, ficamos felizes por poder sentar em casa e saber: a única que quer minha atenção é a garrafa de vinho à minha frente sobre a mesa.

      O: Nesse sentido, o último show de uma turnê é sempre vivenciado de forma diferente — mais intensa, mais reflexiva, mais solta?

      TW: Sim, absolutamente. O último show de uma turnê é sempre especial. Mesmo quando se está ansioso para voltar para casa, não se consegue apagar a tristeza da despedida iminente — despedida de todas as pessoas queridas que acompanharam a jornada, despedida do palco — e isso ofusca especialmente a última noite. No palco, dá-se tudo mais uma vez, consegue-se mobilizar até as últimas reservas e também se vivencia o público mais uma vez de forma ainda mais intensa, tentando senti-lo bem de perto. E quando então deixo o palco, levo esse sentimento comigo e tento preservá-lo.

      O: Durante a turnê, já surgiram novos materiais ou pelo menos ideias concretas para um próximo álbum de estúdio de algum de seus projetos?

      TW: Na verdade, eu nunca penso na categoria “novo álbum de estúdio”. Estou permanentemente escrevendo meus pensamentos — também em turnê — e, quando tenho oportunidade, sento-me ao piano ou me retiro e me perco em sons, da mesma forma que um pintor talvez se perca em cores, um escultor em formas e o ser humano que preservou um pouco de sua infância se perde em pensamentos. Muitas vezes, também acordo de manhã com uma melodia na cabeça. Isso é realmente um presente! Porém, essa melodia não permanece por muito tempo; preciso sentar imediatamente ao piano e tocá-la, só assim consigo guardá-la. Minutos depois, ela desaparece novamente de mim, e restam apenas as teclas do piano.

      O: Depois de uma turnê tão extensa, a pessoa volta para casa transformada, mais madura?

      TW: Todas as experiências marcantes deveriam nos transformar, e espero muito que nossas turnês tenham esse mesmo efeito sobre nós. Seria triste se não fosse assim. Muitas vezes, isso não pode ser definido com precisão, pois o ser humano não se encaixa em um molde que permita identificar quais campos ainda estão vazios e quais se preencheram desde o último teste. Mas, no máximo, quando nos encontramos em situações até então desconhecidas ou somos confrontados com pensamentos que antes não sabíamos avaliar, compreendemos aqui e ali que nos tornamos mais seguros, mais visionários e mais experientes. E quanto mais se vive na vida, maior é a probabilidade de que esse processo de amadurecimento não estagne. Depois disso, naturalmente, cabe a cada um decidir se — e quanto — permitirá e, consequentemente, colocará em prática.

      Perfeito 👍
      Vou seguir exatamente a mesma linha das páginas anteriores, sem inventar nada.

      Abaixo está APENAS a PÁGINA 28 (Orkus – p. 28), organizada em:


      📄 ORKUS – PÁGINA 28

      1️⃣ TRANSCRIÇÃO LITERAL (ALEMÃO)


      Die Premiere

      Vorstellung der DVD Lichtjahre
      Leipzig, CineStar, Wave Gotik Treffen 2007

      Bis auf den letzten Platz schien das CineStar bereits mit dunkel gekleideten Gestalten besetzt – und noch immer strömten Menschen einzeln und in Gruppen in den angenehm dämmerig beleuchteten Zuschauersaal. Dabei war es erst Freitagnachmittag und in der WGT-Besucher-Hochburg noch gar nicht in Leipzig angekommen. Doch Lacrimosa üben offenbar nach wie vor eine besondere Faszination auf die Szene aus. Und schließlich gab es etwas Besonderes, Neues: die Premierenführung des Konzertfilms/DVD Lichtjahre, wenn auch gegenüber der dreistündigen Originalversion eine auf 90 Minuten begrenzte Version. Angeregtes Plaudern ging allmählich in Flüstern über, Spannung breitete sich im Kino aus. Die Zeit für die Präsentation war gekommen. Aber noch geschah nichts, denn es fehlten noch…? Richtig: Anne Nurmi und Tilo Wolff, die endlich – erst von den meisten unbemerkt – den Raum betraten und in einer hinteren, für sie freigehaltenen Reihe Platz nahmen. Die Beleuchtung wich dem Dunkel, und kurz darauf begann auf der Leinwand ein wenig hektisch anmutende, dann jedoch immer faszinierender werdende Abfolge von Bildern aus dem Tourleben der Band. Aufgenommen während der anderthalbjährigen „Lichtgestalt“-Tournee, bei der Lacrimosa praktisch die halbe Welt umrundeten, im Film natürlich passend unterlegt mit Musik der Ausnahmeerscheinung. Ausschnitte von Auftritten, intensive und verrückte Begegnungen mit Fans, die Anspannung vor und die Freude, Erleichterung, das Feiern nach einem gelungenen Gig, Kommentare von Band- und Crewmitgliedern, aber auch schöne und gegensätzliche Eindrücke von all den verschiedenen Städten, in denen Lacrimosa gastierten und die sicher viele der Zuschauer selbst noch nicht kennengelernt hatten; wie auch die Reisen, Vorbereitungen, das Aufbauen, bis bei den Anhängern im Saal, die Lacrimosa schon ein oder mehrere Male live bewundern konnten, wohl mancherlei Erinnerungen wach wurden, doch auch für sie war ein Großteil der gezeigten Impressionen neu und interessant. Die 90 Minuten vergingen, und dann waren alle Köpfe, Körper und Seelen angefüllt mit Bildern, Gedanken, Gefühlen und Musik, was sich in minutenlangem Applaus für die beiden sich aus ihren Sesseln erhebenden Künstler Bahn brach, die aufgrund der so positiven Resonanz fast ein bisschen verlegen wirkten. Tilo bedankte sich mit herzlichen Worten, bot unter Blitzlichtgewitter noch ein paar Erklärungen zur DVD und zur Premiere und verließ schließlich mit Anne – begleitet von weiterem Klatschen des Publikums – den Ort seines abermaligen künstlerischen Erfolges.

      Gleich danach war eine Signiersession mit der Band angesetzt, doch zwischen diesen zwei Veranstaltungen war es uns möglich, noch ein klitzekleines Interview mit Tilo zu führen.

      Orkus: Hattest du den Film vorher selbst schon in der fertigen Gesamtheit gesehen?
      Tilo Wolff: Diese Version habe ich zum ersten Mal gesehen. Ich kannte natürlich einzelne Parts bereits, aber in der heute aufgeführten Gesamtheit war es auch für mich neu. Wobei wir die heutige Fassung nicht nur zum ersten Mal gesehen haben, sondern wahrscheinlich auch zum letzten Mal, denn so wird es ja nicht veröffentlicht.

      O: Und die dreistündige Version kennst du bis dato ebenfalls nicht?
      TW: Nein; sie ist auch noch gar nicht hundertprozentig fertig.

      O: Was fehlt denn noch?
      TW: Zum Beispiel wurde heute Abend hier und da wieder gefilmt, und diese Aufnahmen fließen in die Endfassung mit ein. Die DVD endet also mit der Premiere ihres eigenen Films.

      O: Du hattest in einem unserer Gespräche gesagt, dass du alles, was du machst, vor allem auch für dich selbst produzierst. Wie gespannt warst du trotzdem auf die Reaktion des Publikums?
      TW: Extrem gespannt. Vor dem Film sogar mehr als vor Konzerten, denn es ist etwas völlig Neues. Ich wusste nicht, wie viele Leute kommen, ich hatte keine Ahnung, wie die Menschen es aufnehmen werden, hatte keine Ahnung, wie die Menschen damit umgehen, wenn sie erleben, wie die Künstler, die sie vielleicht nur von den Shows kennen, sind, wenn sie eben nicht auf der Bühne stehen, auf Reisen, im Touralltag. Vielleicht wollen sie mich ja nur so sehen, wie sie ihr Bild von mir haben, und reagieren negativ, wenn sie mich zum Beispiel plötzlich verschlafen aus dem Flugzeug aussteigen sehen. Das war für mich sehr spannend, und deswegen war ich so aufgeregt.

      O: Ich denke, das Echo war äußerst positiv. Das befreit bestimmt nach einer solchen Anspannung.
      TW: Das befreit natürlich ungemein, denn es hätte ja auch sein können, dass die Leute rauslaufen oder nach der Hälfte anfangen, zu buhen oder sonst irgendwas. Ich bin extrem befreit, denn alle Menschen, die da waren, haben sich den Film bis zum Schluss angeschaut, danach gab es Standing Ovations. Was will man mehr?

      O: Warum gerade das WGT als Podium für die Präsentation der DVD?
      TW: Weil wir in Leipzig unser erstes Konzert gegeben hatten und Lichtjahre ein Konzertfilm ist. Deshalb bot es sich nach meiner Meinung an, die Premiere hier zu legen.

      O: Hast du selbst auch Zeit, dir etwas auf dem WGT anzuschauen?

      TW: Diesen einen Abend heute habe ich; morgen muss ich leider bereits wieder weiter.

      O: Hast du jetzt, nachdem die DVD mehr oder weniger fertig ist, den Kopf schon wieder frei für frische Pläne, oder nutzt du die Chance, um Urlaub zu machen? Gibt es bei Lacrimosa eventuell sogar so etwas wie Urlaub?
      TW (lacht): Dadurch, dass ich erst so lange auf Tour und danach so sehr mit dem Film beschäftigt war, hatte ich überhaupt keine Zeit, zu komponieren. Das ist mir jetzt extrem unter den Fingern, als würde ich die nächste Zeit erst einmal am Klavier verbringen und alles das, was sich inzwischen angestaut hat, nun endlich herauslassen.

      Die Schlange der auf Autogramme wartenden Anhänger zog sich mittlerweile durch das halbe CineStar, sodass sich Tilo und Anne mit Stiften bewaffnet. Wir sprachen anschließend noch mit einigen Premierenbesuchern über deren Eindrücke, welche wir nun, die keinen Platz mehr im Kino bekamen oder nicht nach Leipzig reisen konnten, nicht vorenthalten möchten:

      Johanna aus Holzminden: „Ich habe Lacrimosa selbst leider noch nie live gesehen, aber ich fand es interessant, dies nun wenigstens einmal über den Film zu sehen, der mir wirklich gut gefallen hat. Es war schon irre, welche Landschaftsaufnahmen und Bilder aus den Städten zu sehen waren.“

      Jan aus Frankfurt/M.: „Mir hat besonders die passende Zusammenstellung von Bildern und Musik gefallen und dass es trotz immerhin eineinhalb Stunden nicht langweilig wurde. Ich bin schon auf die fertige DVD gespannt.“

      Marion aus Nürnberg: „Es war beeindruckend, mitzuerleben, wie Lacrimosa auch überall im Ausland gefeiert und von den Fans vergöttert werden und welche Mühe sich diese Fans geben, indem sie sich zum Beispiel extra Kleidung im Stile des Lacrimosa-Harlekins schneidern. So etwas habe ich bei uns noch nie gesehen.“

      Bleibt uns allen nach einem beeindruckenden Einblick in die „Lichtgestalt“-Tournee also die Vorfreude auf die fertige DVD.

      Axel Schön

      Orkus – 28


      2️⃣ TRADUÇÃO FIEL (PORTUGUÊS – BR)


      A Estreia

      Apresentação do DVD Lichtjahre
      Leipzig, CineStar, Wave Gotik Treffen 2007

      Até o último lugar, o CineStar já parecia ocupado por figuras vestidas de preto — e ainda assim pessoas continuavam a entrar, sozinhas ou em grupos, na sala de cinema agradavelmente iluminada em penumbra. E isso numa sexta-feira à tarde, quando o grande fluxo de visitantes do WGT ainda nem havia chegado completamente a Leipzig. Mas Lacrimosa aparentemente continua exercendo um fascínio especial sobre a cena. E, afinal, havia algo especial, algo novo: a exibição de estreia do filme-concerto/DVD Lichtjahre, ainda que em uma versão reduzida para 90 minutos em relação à versão original de três horas. Conversas animadas foram aos poucos dando lugar a sussurros, e a tensão se espalhou pelo cinema. O momento da apresentação havia chegado. Mas nada aconteceu ainda, pois faltava algo…? Isso mesmo: Anne Nurmi e Tilo Wolff, que finalmente — inicialmente quase despercebidos pela maioria — entraram na sala e se sentaram em uma fileira reservada para eles, mais ao fundo. As luzes se apagaram e, pouco depois, começou na tela uma sequência de imagens do cotidiano da turnê da banda, que no início parecia um pouco frenética, mas logo se tornava cada vez mais fascinante. As imagens foram captadas durante a turnê “Lichtgestalt”, que durou um ano e meio, período no qual Lacrimosa praticamente deu a volta ao mundo, naturalmente acompanhadas no filme por músicas desse fenômeno singular. Trechos de apresentações, encontros intensos e insanos com fãs, a tensão antes dos shows e a alegria, o alívio, as comemorações após um concerto bem-sucedido, comentários de membros da banda e da equipe, além de impressões belas e contrastantes das inúmeras cidades visitadas por Lacrimosa — cidades que certamente muitos dos espectadores ainda não conheciam pessoalmente. Também as viagens, os preparativos, a montagem do palco; tudo isso fez com que, entre os fãs presentes na sala, que já haviam assistido a um ou mais shows da banda ao vivo, muitas lembranças viessem à tona. Ainda assim, para eles também, grande parte das impressões mostradas era nova e interessante. Os 90 minutos passaram, e então cabeças, corpos e almas estavam preenchidos por imagens, pensamentos, sentimentos e música, o que se manifestou em longos minutos de aplausos para os dois artistas que se levantaram de seus assentos, aparentando estar quase um pouco constrangidos diante da reação tão positiva. Tilo agradeceu com palavras calorosas, deu ainda algumas explicações sobre o DVD e a estreia sob um verdadeiro espetáculo de flashes e, por fim, deixou o local — acompanhado por mais aplausos do público — ao lado de Anne, marcando mais um sucesso artístico.

      Logo depois, estava programada uma sessão de autógrafos com a banda, mas entre esses dois compromissos foi possível realizar ainda uma breve entrevista com Tilo.

      Orkus: Você já havia assistido ao filme antes, em sua versão final completa?
      Tilo Wolff: Essa versão eu vi pela primeira vez agora. É claro que eu já conhecia algumas partes, mas a versão exibida hoje, como um todo, também foi nova para mim. Além disso, não só a vimos hoje pela primeira vez, como provavelmente também pela última, pois ela não será lançada dessa forma.

      O: E a versão de três horas, você também ainda não conhece?
      TW: Não; ela ainda nem está cem por cento finalizada.

      O: O que ainda falta?
      TW: Por exemplo, hoje à noite ainda foram feitas algumas novas filmagens, e essas gravações entram na versão final. Assim, o DVD termina com a estreia do próprio filme.

      O: Em uma de nossas conversas, você disse que tudo o que faz é produzido principalmente para você mesmo. Ainda assim, o quanto você estava ansioso pela reação do público?
      TW: Extremamente ansioso. Antes do filme, até mais do que antes de concertos, pois se trata de algo completamente novo. Eu não sabia quantas pessoas viriam, não fazia ideia de como elas reagiriam, nem de como lidariam com a experiência de ver os artistas que talvez conheçam apenas dos shows em situações fora do palco, em viagem, no cotidiano da turnê. Talvez quisessem me ver apenas da forma como criaram uma imagem de mim, e reagissem negativamente ao me ver, por exemplo, saindo sonolento de um avião. Isso foi muito empolgante para mim, e por isso eu estava tão nervoso.

      O: Acredito que a reação foi extremamente positiva. Isso certamente traz alívio depois de tanta tensão.
      TW: Sem dúvida, traz um alívio enorme, pois também poderia ter acontecido de as pessoas irem embora ou começarem a vaiar depois de metade do filme. Estou extremamente aliviado, porque todos que estavam ali assistiram ao filme até o final, e depois houve aplausos de pé. O que mais se pode querer?

      O: Por que escolher justamente o WGT como palco para a apresentação do DVD?
      TW: Porque demos nosso primeiro concerto em Leipzig e Lichtjahre é um filme-concerto. Por isso, na minha opinião, fazia sentido realizar a estreia aqui.

      O: Você mesmo tem tempo de ver algo do WGT?

      TW: Esta noite, sim; amanhã, infelizmente, já preciso seguir viagem.

      O: Agora que o DVD está mais ou menos pronto, sua cabeça já está livre para novos planos ou você aproveita a oportunidade para tirar férias? Existe algo como férias no Lacrimosa?
      TW (rindo): Pelo fato de eu ter passado tanto tempo em turnê e depois tão envolvido com o filme, não tive absolutamente nenhum tempo para compor. Isso agora está queimando nos meus dedos; é como se eu fosse passar o próximo período inteiro ao piano, finalmente deixando fluir tudo o que se acumulou nesse tempo.

      A fila dos fãs à espera de autógrafos já se estendia por metade do CineStar, de modo que Tilo e Anne se armaram de canetas. Em seguida, conversamos ainda com alguns visitantes da estreia sobre suas impressões, que não queremos negar àqueles que não conseguiram lugar no cinema ou não puderam viajar até Leipzig:

      Johanna, de Holzminden: “Infelizmente, nunca vi Lacrimosa ao vivo, mas achei interessante poder ver isso ao menos uma vez através do filme, que realmente me agradou muito. Foi impressionante ver as paisagens e imagens das cidades.”

      Jan, de Frankfurt/M.: “Gostei especialmente da combinação adequada de imagens e música, e do fato de que, apesar de ter uma hora e meia de duração, não se tornou entediante. Estou ansioso pela versão final do DVD.”

      Marion, de Nuremberg: “Foi impressionante vivenciar como Lacrimosa é celebrado também no exterior e idolatrado pelos fãs, e o esforço que esses fãs fazem, como, por exemplo, confeccionar roupas no estilo do Arlequim de Lacrimosa. Nunca vi algo assim por aqui.”

      Resta a todos nós, após esse impressionante vislumbre da turnê “Lichtgestalt”, a expectativa pela versão final do DVD.

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